Landkreis Harburg

 

Auszug - Einrichtung einer Internetseite - Freie Hebamme - Antrag der Gruppe CDU/WG vom 13.11.2018  

8. Sitzung des Ausschusses für Soziales und Integration (XVII. Wahlperiode)
TOP: Ö 12
Gremium: Ausschuss für Soziales und Integration Beschlussart: an Verwaltung zurück verwiesen
Datum: Mi, 06.03.2019 Status: öffentlich
Zeit: 15:00 - 17:25 Anlass: Sitzung
Raum: Raum B-013 (Sitzungssaal), Tel. (04171) 693-239
Ort: 21423 Winsen (Luhe), Schloßplatz 6, Kreisverwaltung, Gebäude B, Raum B-013 (Sitzungssaal), Tel. (04171) 693-239
VA0558/2018 Einrichtung einer Internetseite - Freie Hebamme -
Antrag der Gruppe CDU/WG vom 13.11.2018
   
 
Status:öffentlich  
Verfasser/in:Monika von der Heide
Federführend:Abteilung Soziale Leistungen (50)   

Herr Meyer erläutert den Antrag seiner Fraktion. Frau Gruhl erläutert die aktuelle Situation hierzu in der Abteilung Gesundheit:

Im Gesundheitsamt des Landkreises Harburg sind zurzeit 69 aktive Hebammen gemeldet. Lediglich 16 Hebammen haben ihr Einverständnis gegeben, auf der Internetseite des Landkreises Harburg veröffentlicht zu werden. Rückfragen haben ergeben, dass die telefonische Nachfrage von Schwangeren/Wöchnerinnen dermaßen groß ist, dass Hebammen, die keine Möglichkeit der Aufnahme bzw. Betreuung von Schwangeren und Wöchnerinnen haben, sich durch eine Veröffentlichung auf der Internetseite verbal bedrängt fühlen und daher der Veröffentlichung widersprochen haben. Hierbei spielt auch der regionale Bezug eine Rolle; wenn sich zum Beispiel eine Schwangere aus Winsen an eine Hebamme aus Hollenstedt wende, wird diese trotz freier Kapazitäten die Versorgung aufgrund der räumlichen Distanz nicht übernehmen können. In Einzelfällen rufen schwangere Frauen direkt im Gesundheitsamt an. In diesen Fällen werden die Telefonnummern der wohnortnahen Hebammen genannt. Aus den Anrufen ist bekannt, dass diese Frauen händeringend nach Hebammen suchen. Eine Statistik über die Betreuungssituation im Landkreis ist nicht bekannt.

In Hamburg wurde in Zusammenarbeit mit dem Hebammenverband,  gefördert durch die Hansestadt eine Vermittlungsseite eingerichtet. Die Internetseite wurde präsentiert und ist unter folgendem Link abrufbar: https://hebammen.info/freie-kapazitaeten/?no_cache=1.

 

Nach Auskunft der ITK Harburg fallen zwischen 5.000 € bis 10.000 € für die Erstellung eines entsprechenden Portals an. Für die Nutzung der Portalseite müsste

  • vorab bei den Hebammen geworben werden,
  • die Seite wäre kontinuierlich von den Hebammen selbst zu pflegen,
  • sie kann die Nachfrage nach Hebammen aus weiter entfernten Regionen aber nicht verhindern.

 

Um ein erstes Meinungsbild zu erhalten, welche Hilfestellung die Hebammen selbst als nützlich erachten, wurde das Thema Ende Januar 2019 im Rahmen des Multiplikatoren-Netzwerk-Treffen „Frühe Hilfen“ mit den Anwesenden (darunter eine Vertreterin der Hebammen) erörtert. Mit dem Ergebnis, dass aus Sicht der Hebammen die Einrichtung einer Hebammenzentrale - wie sie bereits in anderen Landkreisen erfolgt ist - privilegiert wird.

 

Grundsätzlich sind Hebammenzentralen zwar kein Lösungsansatz, mit dem der Mangel an Hebammen behoben werden kann, durch eine zentrale Anlaufstelle könnte eine bessere Übersicht über die vorhandenen Angebote sichergestellt werden.

 

Im Rahmen der Zentrale soll den Schwangeren und Wöchnerinnen eine Hebamme zur ambulanten Betreuung vermittelt werden. Ziel wäre, dass möglichst alle im Landkreis tätigen Hebammen ihre freien Kapazitäten der Hebammenzentrale melden würden. Dieses Vorgehen hätte mehrere Vorteile. So müssten Familien lediglich eine Telefonnummer anrufen. Häufig würden sich Frauen bei mehreren Kursen anmelden, um einen entsprechenden Platz zu erhalten. Dies führe auch dazu, dass Frauen teilweise durch verschiede Hebammen betreut werden. Durch einen zentralen Anlaufpunkt würden solche Situationen vermieden.

 

Zudem ergeben sich genaue Angaben zu den Kapazitäten der Hebammen. Urlaube und Feiertage könnten besser koordiniert werden, so dass es für die Frauen kein Problem mehr darstellt, wenn sie ihren Geburtstermin in der Ferienzeit oder beispielsweise an Weihnachten haben.

 

Die bereits bestehenden Hebammenzentralen sind bei ganz unterschiedlichen Trägern angesiedelt (öffentliche, gemeinnützige oder private Träger).

 

Frau Röhrs fragt, welche Personalausstattung bei Einrichtung einer Hebammenzentrale erforderlich wäre und ob bekannt ist, welche Erfahrungen Hamburg mit einer Hebammenzentrale bisher gemacht habe. Frau Gruhl teilt mit, dass derzeit zu den Personalkapazitäten keine Angaben gemacht werden können. Die Finanzierungen der Hebammenzentralen sind unterschiedlich geregelt. Eine Förderung in Hamburg, als Stadtstadt ist sicher nicht vergleichbar. Herr Kaminski erklärt, es bestehe die Möglichkeit, dass Verwaltung weiter recherchiere und in direkten Kontakt mit den Hebammen trete und der Antrag im nächsten Ausschuss weiter behandelt werde oder die Antragsteller beraten fraktionsintern und stellen eine neuen Antrag.

 

Es besteht Einvernehmen, dass Verwaltung weiter recherchiert und der Antrag im nächsten Ausschuss weiter behandelt wird.

 


Beschluss:

 

Keine Beschlussfassung

 


Abstimmungsergebnis:

 

Einstimmig