Landkreis Harburg

 

Vorlage - VA0410/2008-02  

Betreff: Bundesstiftung Frühe Hilfen: Familienhebammen und vergleichbare Berufsgruppen
Status:öffentlich  
Verfasser/in:Herr SchwarzBezüglich:
VA0410/2008
Federführend:Abteilung Jugend und Familie (51)   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Kenntnisnahme
05.09.2018 
7. Sitzung des Jugendhilfeausschusses (XVII. Wahlperiode) zur Kenntnis genommen   

Beschlussempfehlung der Verwaltung:

 

Keine


Sachdarstellung:

(Zusammenfassung)

 

Es erfolgt die Berichterstattung zur laufenden Umsetzung der Konzepte zur Früherkennung von Kindesvernachlässigungen - „Aufsuchende Hilfen durch Familienhebammen“ und „Aufsuchende Hilfe durch die FamilienGesundheits- und Kinderkrankenpflegerin (FGKiKPin)“ – die im Rahmen der Bundestiftung Frühe Hilfen gefördert werden.

 

 

Sachdarstellung:

 

Die Bundesinitiative Frühe Hilfen wurde zum 01.01.2018 in die Bundesstiftung Frühe Hilfen umgewandelt. Die Bundesstiftung Frühe Hilfen stellt sicher, dass die Strukturen und Angebote, die durch die Bundesinitiative aufgebaut wurden und sich bewährt haben, weiter bestehen können. Vor allem Angebote zur psychosozialen Unterstützung von Familien mit Kindern bis zum dritten Lebensjahr sollen dabei weiter ausgebaut werden. Gesundheitsfachkräfte in den Frühen Hilfen werden vor allem in der längerfristigen aufsuchenden Betreuung und Begleitung eingesetzt. Familienhebammen, Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger (FGKiKPin) sowie vergleichbare Berufsgruppen unterstützen Eltern in belastenden Lebenssituationen.

 

In der Sitzung vom 11.06.2008 hat der Jugendhilfeausschuss der Durchführung des Konzeptes der „Auf­suchenden Hilfe durch Familienhebammen“ zugestimmt (Vorl.-Nr.:VA0410/2008).

 

Mit Inkrafttreten des Bundeskinderschutzgesetzes zum 01.01.2012 wurde der Einsatz von Familienhebammen und vergleichbaren Berufsgruppen (FamilienGesundheits- und Kinderkranken­pflegerinnen und –pfle­ger FGKiKPin) nach § 16 eine Pflichtaufgabe des Jugendamtes. Un­terschiede bei diesen Berufsgruppen gibt es in der zu betreuenden Zielgruppe. Wäh­rend Familienhebam­men in der Regel Säuglinge bis zu einem Jahr betreuen, bezieht sich die Ziel­gruppe bei den FGKiKPin auf Kinder bis zu drei Jahren, die unter bestimmte Risikogruppen fallen. Der Jugendhilfeausschuss hat in der Sitzung vom 23.06.2015 der Durchführung beider Konzepte (Familienhebamme und FamilienGesundheits- und Kinderkrankenpflegerin) zugestimmt.  (Vorl.-Nr.: VA0410/2008-01).

 

Dem Landkreis Harburg stehen zurzeit nur noch 11 ausgebildete Fachkräfte (8 Familienhebammen und 3 FamilienGesundheits- und Kinderkranken­pflegerinnen) zur Verfügung. In den Jahren 2016 und 2017 gab es einen Pool von 14 Fachkräften. Eine weitere Hebamme befindet sich zwar in Ausbildung zur Familienhebamme, die Anzahl der Fachkräfte ist bedingt durch Umorientierung sowie Eintritt in den Ruhestand aber (leicht) rückläufig. Es ist bisher nicht gelungen, neue Fachkräfte dazuzugewinnen. Die zuständige Mitarbeiterin aus dem Jugendamt nimmt in regelmäßigen Abständen an den Austauschtreffen der Hebammen teil, wo sie auch auf das Angebot der Finanzierung der Fortbildung zur Familienhebamme durch die Abteilung Jugend und Familie hinweist.

 

Diese Entwicklung ist Spiegelbild der Situation der Hebammen und vergleichbaren Berufsgruppen insgesamt. Das Berufsgesetz für die Hebammenausbildung stammt aus dem Jahr 1985. Seither hat sich das Berufsbild der oftmals freiberuflich tätigen Hebammen deutlich verändert.

Aktuell setzen Krankenhäuser in Kooperation mit Hochschulen auf die Ausbildung von Nachwuchskräften durch ein Duales Studium (8 Semester). Bundesweit gibt es bereits 10 Hochschulen und 12 Unternehmen, die den Studiengang anbieten, im Umfeld des Landkreises Harburg sind das in Hamburg das Universitätsklinikum Eppendorf, die Asklepius – Klinik und die Helios Maria Hilf Klinik. Auf der Ebene Niedersachsen bilden die Medizinische Hochschule Hannover, die Uniklinik Lübeck, die Hochschule Osnabrück und das Klinikum Braunschweig aus. Der Berufsstand Hebamme erfährt also insgesamt eine fachliche Aufwertung. Möglicherweise wird diese Aufwertung auch Auswirkungen auf eine weitere Qualifizierung zur Familienhebamme haben.

 

Es besteht zwar eine Meldepflicht auf kommunaler Ebene; dieser wird aber nicht unbedingt nachgekommen. Deshalb konnte seitens des Gesundheitsamtes des Landkreises Harburg, das für die Fachaufsicht der Berufsgruppe zuständig ist, keine endgültige Zahl genannt werden. Die Anzahl der aktuell gemeldeten Hebammen liegt bei 43. Diese sind entweder in Krankenhäusern angestellt, freiberuflich oder in beiden Bereichen tätig.

 

In 2017 konnten im Landkreis Harburg insgesamt 151 Frauen /Familien durch den Einsatz von Familienhebammen erreicht und betreut werden (im Vergleich: 2012 = 64, 2013 = 101 und 2014 = 108, 2015 = 129, 2016 = 140). Davon ist in 132 Fälle eine niedrigschwellige Begleitung ohne Beteiligung des Jugend­amtes erfolgt. Die Familienhebammen werden durch den für das Familienhebammensystem zustän­digen Träger die Quäker Häuser gGmbH koordiniert. In 2017 sind für die Betreuung insgesamt Kosten in Höhe von 286.183,- € entstanden (vgl. 2014: 291.196,09 €).


Controlling:

 

Entfällt


Anlage/n:

 

  1. Konzept zur Früherkennung von Kindesvernachlässigungen: „Aufsuchende Hilfe durch die Familienhebammen“
  2. Konzept: „Aufsuchende Hilfe durch die FamilienGesundheits- und Kinderkrankenpflegerin (FGKiKPin)“
  3. Vorlage VA0410/2008 aus der Sitzung des Jugendhilfeausschusses vom 11.06.2008
  4. Vorlage VA0410/2008-01 aus der Sitzung des Jugendhilfeausschusses vom 23.06.2015
Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich KonzeptzurFrueherkennunguKindervernachlaessigu (795 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich KonzeptzuAufsuchendeHilfedurchdieFGKiKPin (771 KB)      
Anlage 4 3 öffentlich VorlageNr0410_2008-01vom23_06_15 (70 KB)      
Anlage 3 4 öffentlich VorlageNr0410_2008vom11_06_08 (67 KB)      
Stammbaum:
VA0410/2008   Konzept zur Früherkennung von Kindesvernachlässigungen   Abteilung Jugend und Familie (51)   Allgemeine Vorlage
VA0410/2008-01   Bundesinitiative Netzwerke Frühe Hilfen und Familienhebammen 2012-2015. Konzept Familienhebammen und Familienkinderkrankenschwester   Abteilung Jugend und Familie (51)   Allgemeine Vorlage
VA0410/2008-02   Bundesstiftung Frühe Hilfen: Familienhebammen und vergleichbare Berufsgruppen   Abteilung Jugend und Familie (51)   Allgemeine Vorlage