Landkreis Harburg

 

Vorlage - VA0648/2009  

Betreff: Hilfeplan für Menschen mit Behinderungen,
hier: Bericht der Verwaltung zum Thema Autismus
Status:öffentlich  
Verfasser/in:Sibylle Gruhl
Federführend:Abteilung Gesundheit (53)   
Beratungsfolge:
Sozialausschuss Vorberatung
03.06.2009 
10. Sitzung des Sozialausschusses (XV. Wahlperiode) zur Kenntnis genommen   

Beschlussempfehlung der Verwaltung:

Beschlussempfehlung der Verwaltung:

 

Keine

Sachdarstellung:

Sachdarstellung:

(Zusammenfassung)

 

 

Sachdarstellung:

 

Das Thema „Autismus“ hat in den letzten Jahren eine größere Aufmerksamkeit in der Politik und Kreisöffentlichkeit erfahren. Folglich hat auch die 3. Fortschreibung des Hilfeplans für behinderte Menschen im Landkreis Harburg (s. S. 74 ff.) die Thematik aufgenommen.

 

Um Handlungskriterien für den Landkreis zu erstellen wurde als erster Schritt am 23.03.2009 der Arbeitskreises Autismus beim Landkreis Harburg gegründet. Zielsetzung ist,

 

Þ          den Kenntnisstand der im Landkreis Beteiligten auf einen einheitlichen Stand zu bringen und weiter zu entwickeln,

Þ          die Vernetzung aller Akteure im Landkreis,

Þ          eine möglichst optimale Versorgung der behinderten Kinder bzw.,

Þ          Beratung der Eltern der behinderten Kinder sicherzustellen

 

Es wird unterschieden zwischen frühkindlichen Autismus, Aspergersyndrom und dem a-typischen Autismus, der meist aber erst in älteren Jugendjahren diagnostiziert wird.

 

Erste Erkenntnisse und Arbeitsaufträge aus dem Arbeitskreis:

Im klinischen Verfahren können durch die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Lüneburg (PKL) aufgrund der zeitaufwendigen Testverfahren nur wenige Fälle diagnostiziert werden. Es bestehen aufgrund der anderen Aufgaben der Klinik keine freien Kapazitäten um zusätzliche Testungen durchzuführen.

 

Die Diagnose wird meist von Kinder- und Jugendpsychiatern oder Kinderärzten gestellt. Im Raum Lüneburg sind 6 Kinder- und Jugendpsychiater tätig. Vier davon in einer Gemeinschaftspraxis, eine einzelne Ärztin sowie ein Arzt in der PKL. Im Landkreis Harburg ist kein Kinder- und Jugendpsychiater niedergelassen. Die Kreisbevölkerung wendet sich entweder an ihren Kinderarzt oder sucht Kinder- und Jugendpsychiater im Umland auf. Es gibt Ströme in Richtung Rotenburg/Wümme und Bremen, ebenfalls sind die Lüneburger Kinder- und Jugendpsychiater angefragt. Es gibt aber auch Diagnosen aus dem Hamburger Bereich. Hier ist u. a. das Autismus-Institut zu benennen.

 

Wenn die Diagnose Autismus gestellt ist, ist zu beobachten, dass bei dem Aspergersyndrom in vielen Fällen vorher eine ADHS-Diagnose vorausgegangen ist. Aufgrund der Diagnose müsste eine Verhaltenstherapie anschließen. Hier ist ebenfalls eine große Versorgungslücke zu erkennen. Es gibt keinen Kinder- und Jugendpsychotherapeuten im Landkreis, der Verhaltenstherapie / Autismus anbietet.

 

Darüber hinaus bestehen Unklarheiten über den zahlenmäßigen Umfang des Personenkreises für den Hilfen angeboten werden müssten. Die Zahlen schwanken zwischen 0,25 bis 1 % der Geburten eines Jahrgangs, die mit Störungen aus dem Autismusspektrum belegt sind.

 

Handlungsaufträge sind:

 

Þ          Diagnosemöglichkeiten der Ärzte im Landkreis ermitteln

Þ          ggf. Fortbildungsmöglichkeiten schaffen

Þ          Zahlen der bekannten Fälle ermitteln

Þ          therapeutische Angebote schaffen

Þ          „Best-Praxis-Beispiele“ sammeln und Umsetzbarkeit im Landkreis prüfen.

 

Durch die Schulbehörde wird seit kurzem eine Beratungslehrerin der Förderschule für geistige Entwicklung (G) im Landkreis mit 5 Wochenstunden für die Beratung von Kindern mit Asperger Syndrom an Regelschulen eingesetzt. Der Förderschule - G - sind zurzeit 31 Schüler bekannt. Sechs dieser Kinder haben aktuell (Stand 31.03.2009) einen Beratungsbedarf. Inwieweit darüber hinaus Eingliederungshilfen für die Kinder gewährt werden müssen und in welcher Form lässt sich weiterhin nur über die Einzelfallprüfung und die bereits im Hilfeplan geschilderten Modalitäten klären.

 

Kinder mit der Diagnose Asperger Syndrom können einen Bedarf auf Eingliederungshilfe nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz – SGB VIII – haben, da ggf. eine wesentliche seelische Behinderung vorliegt bzw. droht einzutreten. Kinder der Diagnose frühkindlicher Autismus oder a-typischen Autismus sind meist mehrfach-behindert und dem Personsenkreis der geistig und körperlich behinderten Menschen (Eingliederungshilfe - Sozialhilfe nach dem SGB XII) zuzuordnen.

 

Um den Kindern die richtige und notwendige Hilfe zu gewähren, ist eine umfassende Diagnose erforderlich. Sollten Therapien im Vorfeld von Eingliederungshilfen möglich sein, darf dieses nicht durch fehlende Therapeuten im Landkreis oder durch lange Wartelisten außerhalb scheitern.

 

Aktuell erhalten 7 Kinder in der Schule SGB XII Leistungen. 3 Fälle wurden abgelehnt und in weiteren 5 Fällen steht die Entscheidung noch aus.

 

Sofern gewünscht, wird der Ausschuss über die weitere Arbeit des AK Autismus informiert.

Controlling:

Controlling:

 

entfällt

Anlage/n:

Anlage/n:

 

keine